MEIN PERFEKTIONISMUS UND ICH

Mein Perfektionismus und ich kennen uns schon ziemlich lange. Während der Schulzeit war er mein ständiger Begleiter. Er lächelte mir zu, wenn ich gute Noten schrieb, gut im Unterricht war und ein gutes Zeugnis hatte. Er verunsicherte mich, wenn es mal nicht so gut lief oder ich etwas Neues lernen wollte. Er vermieste mir meine Klavierstunden, weil ich keine Geduld hatte und mich mit anderen verglich, die es schon besser konnten. In der weiterführenden Schule, war das Thema Noten und Leistung noch viel präsenter und mein Perfektionismus war natürlich an vorderster Front dabei. Irgendwann hatte ich genug. Ich hatte keine Motivation mehr, war unzufrieden mit mir selbst und der ganze Leistungsdruck machte mir zu schaffen. Ich wusste: Es musste sich etwas ändern. Ich fing an mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Jemand, der mir in dieser Zeit weitergeholfen hat, sagte damals zu mir: “Du definierst dich nur über deine Taten und nicht über das, was du bist. Das ist das Problem.” In diesem Moment, konnte ich mit dieser Aussage noch Nichts anfangen; wollte es nicht glauben. Doch mittlerweile ist mir Einiges bewusst geworden und ich kann sagen: Sie hatte Recht! Das ständige Vergleichen mit anderen, die hohen Anforderungen an mich selbst und der Leistungsdruck haben mir zu schaffen gemacht und mein Perfektionismus hat sich so breit gemacht, dass mein Selbstvertrauen daneben kaum mehr Platz hatte. Wenn ich gute Leistungen brachte, fühle ich mich gut, wenn ich schwächelte, war ich unzufrieden.

Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können!

Heute sieht es zum Glück schon viel besser aus. Vorsichtig und mit kleinen Schritten habe ich mich meinem Perfektionismus genähert, habe mich ihm gegenübergestellt und ihm in die Augen geblickt. Es brauchte viel Mut, aber so konnte ich ihn besser kennen lernen. Ich versuchte(und versuche noch) zu verstehen, in welchen Situationen er die Kontrolle über mich hat und mir schadet und in welchen Situationen er vielleicht sogar hilfreich sein kann.

Mittlerweile lässt mein Perfektionismus sich nur noch ab und zu für ein kurzes Date blicken und es ist okay so. Ich spüre, wenn er sich langsam von hinten an mich ranschleicht und mich einengt. Jedoch weiss ich jetzt, mit wem ich es zu tun habe und finde meistens (nicht immer ;)) einen Weg hinaus.

Wie geht’s dir und DEINEM Perfektionismus?

Wie ist deine Beziehung mit deinem Perfektionismus? Seid ihr Freunde, Feinde oder nur flüchtige Bekannte? Es lohnt sich, genauer hinzusehen, zu analysieren und sich selbst zu beobachten! Denn zu viel Perfektionismus kann deinem Selbstvertrauen schaden!

Du musst dich nicht anstrengen oder irgendetwas erreichen, um perfekt zu sein – du bist bereits perfekt, einfach so wie du bist!

2017-06-08T18:51:00+00:00 16.02.2017|Achte deinen Körper, Finde deinen Weg|0 Kommentare

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